Apamea

Apamea, das im Arabischen Afamia genannt wird, liegt relativ zentral am Rand des Libanongebirges und ist eines der zahlreichen Zeugnisse aus der Zeit der römischen Herrschaft über Syrien. Die antike Stadt, der eine Siedlung in der Bronzezeit vorangegangen sein muss, wurde im Orontestal inmitten einer fruchtbaren Umgebung gebaut. In ihrer Blütezeit müssen ungefähr eine halbe Million Menschen hier gelebt haben, womit sie eine der größten Städte im Nahen Osten gewesen ist. Die Stadt wurde immer wieder neuerrichtet, da die Gegend umkämpft war und deswegen auch immer wieder mit neuen Namen bedacht. Ihren endgültigen Namen erhielt sie durch den Seleukidenkönig Selekos I. Nikator der sie im dritten Jahrhundert v. Chr. nach seiner persischen Frau Apamea benannte.
Die Stadt wurde baulich hauptsächlich von den Römern geprägt, auch wenn man zum Teil die griechischen Fundamente weiterhin nutzte. Im vierten Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz, was sie aber nicht lange blieb, da sie im sechsten Jahrhundert durch die Perser erobert wurde. Nach der Islamisierung des Landes verlor die Stadt an Bedeutung und lediglich die Zitadelle blieb bewohnt, was sie auch heute noch ist.
Leider wurde ein Großteil der Stadt durch das große Erdbeben von 1157 zerstört, aber es ist noch einiges erhalten, was vom einstigen Glanz Apameas kündet. Einst muss sie in ihrer Ausdehnung und Bedeutung Palmyra in keiner Weise nachgestanden haben, erlangte aber nie einen so bedeutenden Ruf. Dennoch kann sie mit einem Superlativ aufwarten. Der Weg des Besuchers führt über eine Säulenstraße, die ihresgleichen sucht. Mit zwei Kilometern Länge und 37 Metern Breite gilt sie als die größte erhaltene ihrer Art und man kann sich ausmalen, dass die Stadt einst groß und mächtig gewesen sein muss, wenn man sich solch eine „Flaniermeile“ im Zentrum der Stadt leistete.
Daneben gibt es Reste von Badehäusern, einen Zeustempel, ein Theater und eine Kathedrale, aber die imposante Säulenstraße allein, mit den Bergen des Libanongebirges im Hintergrund, ist ein erhebender Anblick und die Reise wert.

Anreise

Es bietet sich an, Apamea auf einer Tour durch die Libanonberge zu besuchen. Man kann die Anlage mit dem Besuch der Kreuzfahrerburgen kombinieren und von Hama oder Homs aus hinfahren. Da Apamea ziemlich mittig zwischen Aleppo, Latakia und Homs gelegen ist, kann man eine Fahrt zwischen diesen Städten nutzen, um die antike Stadt zu besuchen. Eine sehr schöne Variante, wenn man keine Lust hat die Autobahn zu nehmen und stattdessen lieber das Land genießen möchte.


Bitte beachten Sie:

Angesichts der jüngsten politischen Entwicklung in Syrien besteht derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Die Reisen nach Syrien finden deshalb gegenwärtig nicht statt.