Dura Europos

Die antike griechische Stadt wird heutzutage gerne das „Pompeji des Ostens“ genannt, da sie über 1700 Jahre verlassen in der Wüste lag und einen großen Teil dieser Zeit, von einer schützenden Sandschicht bedeckt gewesen ist. Die Stadt war griechischen Ursprungs und wurde Anfang des dritten Jahrhunderts v.Chr. von den Seleukiden gegründet, auch wenn es zahlreiche Indizien gibt, dass der Ort schon davor von Assyrern besiedelt war. Dura Europos liegt weit im Osten Syriens am Euphrat und ist damit schon so fern der Levante, dass eine Wüste zwischen beiden liegt. Die Hellenisierung reichte zwar bis in diese Gegend, war aber eher siedlungspolitischer Natur, da man verstärkt verdiente Krieger mit einem Stück Land auszahlte und diese sich hier am Euphrat niederließen. Was ebenfalls dafür spricht ist der Fakt, dass sich verglichen mit anderen Siedlungen der Seleukiden kaum öffentliche Gebäude finden lassen. Als gesichert kann gelten, dass die Stadt als administratives und wirtschaftliches Zentrum der Region fungierte, als welches sie angelegt war, wenn man die stadtplanerische Sorgfalt betrachtet, mit der das gitterförmige Straßennetz über den Wüstenboden gelegt wurde

114 v. Chr. eroberten die aus Persien stammenden Parther die Stadt und verleibten sie in ihr Reich ein. Dabei behielt sie zunächst ihren Charakter als militärischer Außenposten, bevor in den beiden Jahrhunderten nach der Jahrtausendwende eine Blütezeit anbrach. Es ist anzunehmen, dass Dura Europos als Bindeglied zwischen den Welten stand. Zumindest scheint man kulturell den Parthern näher gestanden zu haben und wirtschaftlich den Römern. Als Grenzstadt wechselte sie jedenfalls mehrmals zwischen Persern und Römern den Besitzer, was aber nicht der Grund für das Verlassen ihrer Bewohner gewesen sein dürfte. Man geht heute vielmehr davon aus, dass der Euphrat schlichtweg seinen Verlauf änderte und sie damit der Wüste anheimfiel.


Sehenswürdigkeiten

Den Anfang der Ausgrabungen machten die Engländer in den 1920er Jahren des vorigen Jahrhunderts, wobei erwähnt werden muss, dass die meisten Bauten der Stadt aus Stampflehm errichtet wurden und nur in diesem extrem trockenen Klima so lange bestehen bleiben konnten. Auch Belgier und Franzosen gruben daraufhin die Wüstenstadt mit aus, aber durch den Krieg kam es zu einer langen Pause. Erst in den 1980er Jahren nahmen die Franzosen die Grabungen wieder auf, ohne aber den Umfang der alten Grabungen zu erreichen, weshalb nach wie vor Entdeckungen gemacht werden können.
Welche Bauten von Interesse sind, ist ganz unterschiedlich, da der Zustand der ausgegrabenen Stadt so phänomenal ist und aus diesem Grund selbst in der einfachsten Hütte Entdeckungen hinsichtlich des Lebens in Dura Europos gemacht werden können.
Aber das soll die Bedeutung des Palastes und der Sakralbauten nicht schmälern, da gerade in ihnen prachtvolle Fresken auftauchten. Ein besonderes Prunkstück der Stadt befindet sich inzwischen in der syrischen Hauptstadt im Nationalmuseum Damaskus. Dort hat man die Synagoge von Dura Europos wiedererrichtet und dem Besucher offenbaren sich wunderbare bunte Fresken, wie er sie dieser alten Wüstenstadt niemals zugetraut hätte. Aber auch im nahe gelegenen Deir az-Zour, das über ein schönes Museum verfügt, werden einige Funde ausgestellt.


Praktisches

Dura Europos liegt, von der Hauptstadt Damaskus aus gesehen, am Ende der Welt. Man muss zunächst an den Euphrat nach Deir az-Zour, von wo aus man dem Euphrat flussabwärts Richtung irakischer Grenze folgt. Nach knapp hundert Kilometern erreicht man Dura Europos. Praktischerweise bietet sich Deir az-Zour als Ausgangspunkt für die Fahrt nach Dura Europos an, da es die nächste größere Stadt ist und sogar über einen Flughafen verfügt. Man kann also nach Deir az-Zour fliegen, wenn man die 7-8 Stunden mit dem Auto durch die Wüste vermeiden möchte und dann vor Ort einen Mietwagen nehmen, um zu den Ausgrabungen zu fahren. In Deir az-Zour finden sich auch angemessene Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurants.


Bitte beachten Sie:

Angesichts der jüngsten politischen Entwicklung in Syrien besteht derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Die Reisen nach Syrien finden deshalb gegenwärtig nicht statt.