Geschichte

Die Geschichte des Krak des Chevaliers reicht fast 1000 Jahre zurück, da sich der erste Beleg für eine Befestigung an dieser Stelle im Jahr 1031 findet. Anfänglich wurde die Anlage 'Kurdenburg' genannt und war durch den Emir von Homs in Auftrag gegeben worden. Die militärische Bedeutung der Anlage stieg rasant, nachdem Papst Urban II. 1095 seine berühmten Worte Deus lo vult! – Gott will es! gesprochen hatte und vier Jahre später der erste Kreuzzug die Levante erreichte.
Es kam zur ersten Eroberung der Burg unter Führung von Raimund von Saint-Gilles, die aber nicht zum Besitz der Burg führte, da das Heer mit dem Ziel Jerusalem weiterzog. Dies weist darauf hin , dass die Anlage zu diesem Zeitpunkt bei Weitem noch nicht die Ausmaße gehabt haben kann, die sie später erreichen sollte. Als sich abzeichnete, dass die normannischen Fürsten gedachten, sich an der Küste häuslich niederzulassen und eigene Grafschaften zu gründen, wurden die Kämpfe um den strategisch wertvollen Posten hitziger.
Tankred von Tiberius gelang 1110 die Einnahme der Festung und seine Feinde waren nicht nur die muslimischen Einheimischen, sondern auch andere normannische Fürsten, die sich in erster Linie alle mehr um ihre eigenen neuen Ländereien kümmerten, als um das Ideal der Kreuzzüge.
So kam es auch zu den ersten Ausbaustufen der Anlage, die genau wie der Unterhalt sehr kostspielig waren. Das führte zum Abtreten an den Johanniterorden im Jahr 1142, der über größere finanzielle Mittel verfügte. Nicht lange danach erschütterten Erdbeben die Region und auf dem Burghügel soll laut arabischen Quellen kein Stein mehr auf dem anderen gestanden haben.
Die Johanniter beschlossen einen umfassenden Neuaufbau, der die Grundlage für die heutige Form der Anlage war. Das Ergebnis muss schon recht wehrhaft gewesen sein, denn kein geringerer als der berühmte Feldherr Saladin musste 1188 die Belagerung aufgeben, da die Festung Stand hielt.
Das Ende der christlichen Herrschaft über die Burg kam 1271, als die Mamluken unter Sultan Baibars für ihre Beharrlichkeit belohnt wurden und die Festung einnahmen. Das entscheidende Element waren Wurfmaschinen, die im 13. Jahrhundert starke Verbreitung fanden. Man kann sich dieses Szenario gut vorstellen, wenn man oben auf der Burg steht und den gegenüberliegenden Hügel betrachtet, von dem aus die Geschosse abgefeuert wurden. Zwar war es noch eine Weile möglich, die innere Burg zu halten, aber gegen freien Abzug gab die Besatzung der Festung nach zirka zwei Monaten Belagerung auf.
Danach erlebte das Krak des Chevaliers keine spektakulären Belagerungen mehr, blieb aber bis ins 19. Jahrhundert militärisch genutzt. Die Osmanen gaben die Burg auf, da die moderne Kriegsführung andere Erfordernisse stellte und die lokale Landbevölkerung zog in die Anlage ein. Man nutzte die riesigen Gewölbe einfach als Viehstall und wohnte relativ feudal. Die Bausubstanz litt in dieser Zeit zwar nicht sehr stark, aber nachdem die Franzosen Mandatsmacht in Syrien wurden, ließen sie die Anlage dennoch umfassend restaurieren.
Man wollte das Krak des Chevaliers in einem ehrwürdigen Zustand haben, da man sich in der Tradition der normannischen Kreuzfahrer sah. Man fühlte sich als deren Erben, die den endgültigen Sieg über den Orient errungen hätten. Aus heutiger Sicht ein interessantes Beispiel des europäischen Verständnis zu Zeiten der Kolonialisierung.
Nach der Unabhängigkeit Syriens wurde die Burg eine kulturelle Sehenswürdigkeit und heute ist das Krak des Chevaliers ein beliebtes Ausflugsziel syrischer Schulklassen, denen anhand der gewaltigen Anlage die Kreuzzüge näher gebracht werden.



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Bitte beachten Sie:

Angesichts der jüngsten politischen Entwicklung in Syrien besteht derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Die Reisen nach Syrien finden deshalb gegenwärtig nicht statt.