Mari

Für Freunde des Altertums hat Syrien mit Mari ein echtes Glanzlicht zu bieten. Die mesopotamische Stadt Mari, die als eine der ältesten besiedelten Städte der Welt gilt und auf einer Ebene mit größeren babylonischen Städten stand. Über die genaue Geschichte Maris, insbesondere ihre Anfänge ist weniger bekannt, aber man weiß, dass die Stadt durch Hammurabi zerstört wurde und danach bedeutungslos wurde.
Wer sich für Archäologie und Altertümer interessiert, der wird bei der Gelegenheit sicherlich den Besuch von Mari mit einem Ausflug nach Dura Europos verbinden. Mari liegt ebenfalls am Euphrat und befindet sich lediglich 30 Kilometer weiter flussabwärts Richtung irakischer Grenze.
Die Geschichte Maris beginnt vor ungefähr 5000 Jahren und die Ära der Siedlung, welche einen eigenen Stadtstaat darstellte, dauerte ungefähr 1500 Jahre. Lange Zeit war das Wissen um ihre Existenz untergegangen und verloren, aber im Jahr 1933 stießen Beduinen, auf der Suche nach einem geeigneten Fels für ein Grab, auf eine Statue. Prompt fing ein Team des Pariser Louvres mit den Ausgrabungen an. Die ersten Grabungen dauerten sechs Jahre und bis auf die Zeiten, in denen die politische Lage Expeditionen unmöglich machte, wurde weitergegraben. Trotz der permanenten Bemühungen der Archäologen, ist Mari nach wie vor voller Rätsel, da man bislang gerade einmal die Hälfte hat ausgraben können. Dazu kommt, dass die Forscher noch gar nicht die volle Tiefe abschätzen können, da man immer dann, wenn man in die Tiefe graben wollte, auf Funde stieß die so bedeutend waren, dass man zunächst horizontal weitergraben musste.
Was bei diesen umfassenden Ausgrabungen bislang zum Vorschein kam ist nicht wenig. Man grub verschiedene Tempel und einen Palast samt Bibliothek aus. In dieser wurden 25 000 Tontafeln in Keilschrift gefunden, die das Leben in der Stadt präzise dokumentieren. Bis auf den Speiseplan des Königs ist das höfische Leben genau wiedergegeben. In den Tempelanlagen fand man eine große Anzahl an Statuen und Figuren aus Gold, Elfenbein, Lapislazuli und Bronze. Viele dieser Fundstücke sind in den Museen von Damaskus, Aleppo und Deir az-Zour zu besichtigen, aber der Besucher der Ausgrabungsstätte kann sich ein Bild von der Stadt selbst machen. Denn was ist aufregender, als sich von Kennern der Ausgrabungen durch diese führen zu lassen und über Schätze zu gehen, die noch darauf warten gehoben zu werden.

Anreise

Die Anreise entspricht jener nach Dura Europos, nur dass man noch 30 Kilometer weiter flussabwärts fahren muss, bis man die Ausgrabungsstätte erreicht. Ausgangspunkt dafür ist Deir az-Zour.


Bitte beachten Sie:

Angesichts der jüngsten politischen Entwicklung in Syrien besteht derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Die Reisen nach Syrien finden deshalb gegenwärtig nicht statt.