Geschichte

Die syrische Hauptstadt gilt als eine der ältesten durchgehend besiedelten Städte der Welt. Die Siedlungsgeschichte reicht bis in die Steinzeit und auch für die Bronzezeit lässt sich eine Ansiedlung nachweisen. Die erste schriftliche Erwähnung gab es in ägyptischen Hieroglyphen, da sich das Herrschaftsgebiet der alten Ägypter bis ins heutige Syrien erstreckte. Bis zum Ende des zweiten Jahrtausends v.Chr. fungierte Damaskus für sie als Provinzhauptstadt. In der Folge entstand das aramäische Königreich Aram-Damaskus dessen Hauptstadt Damaskus war.
Danach setzte eine lange Zeit wechselnder Herrscher ein. Zunächst eroberte König David die Stadt, die dadurch an das Königreich Israel fiel. Die nächsten Herrscher waren die Assyrer, bevor Damaskus 604 v.Chr. an den Babylonier Nebukadnezar II. fiel. Aber auch diese Herrschaft hielt nicht lange und im 5. Jahrhundert v. Chr. fiel die Stadt an die Perser, bevor es 332 v.Chr. durch einen General Alexander des Großen erobert wurde. Nach dieser Phase unter makedonischer Führung kamen erst die Phönizier, die von den Nabatäern verdrängt wurden.
Aber auch die Bewohner der legendären Felsenstadt Petra blieben nur kurze 20 Jahre die Herrscher über die Stadt. 66 v.Chr. eroberte der Gegenspieler Julius Cäsars, Gnaeus Pompeius die Region, welche somit an Rom fiel. Doch auch in römischer Hand sollte sie zunächst nicht lange bleiben, da Marc Anton das Gebiet samt Stadt 38 v.Chr. an Kleopatra verschenkte, wodurch die ägyptische Herrschaft wiederkehrte. Jedoch blieben die Ägypter nicht lange an der Macht, sondern wurden von anderen alten Bekannten verdrängt. Die Nabatäer eroberten die Stadt 37 n.Chr. erneut. Jedoch nur kurz, denn im Jahr 54 waren die Römer wieder an der Reihe.


Langsam zog etwas Stabilität ein und als die Region Nabatäa im Jahr 106 n.Chr. zur römischen Provinz wurde, gehörte Damaskus mit zum riesigen Reich von Kaiser Trajan. Unter ihm erreichte das Römische Reich seine maximale Ausdehnung. Nach der Teilung des Reiches verblieb Damaskus unter Kontrolle des Oströmischen Reiches, bis eine neue Epoche beginnen sollte.
Im siebenten Jahrhundert erreichte die Islamische Expansion die Stadttore von Damaskus und 636, 14 Jahre nach dem Beginn der islamischen Zeitrechnung, vollzog sich eine relativ unblutige Eroberung. Im Vergleich zu früheren Eroberungen, bei denen unliebsame Bevölkerungsschichten oftmals grausam niedergemetzelt wurden, führten die Muslime für die Juden und Christen in der Stadt eine Kopfsteuer ein, verschonten sie aber ansonsten und ließen sie auch ihren Glauben frei ausüben.
Ab der Mitte des siebenten Jahrhunderts kam es zu einer Blütezeit der Stadt. Die Dynastie der Umayyaden hatte die Nachfolge Mohammeds angetreten und Kalif Mauwiya I. verlegte die Hauptstadt des Kalifats von Medina nach Damaskus. Die islamischen Herrscher verliessen damit die Arabische Halbinsel und begannen eine neue Epoche im Nahen Osten. Im Jahr 705 wurde in Damaskus mit der Umayyaden-Moschee die erste Moschee von so gewaltiger Größe errichtet.
Die Blütezeit von Damaskus als Hauptstadt war im achten Jahrhundert allerdings bereits vorbei, als die Umayyaden das Kalifat an die Abbasiden abgeben mussten, welche im Jahr 750 die Hauptstadt von Damaskus nach Bagdad verlegten. In der Folge fungierte die Stadt lediglich als Provinzhauptstadt, bis sie im Kampf gegen die Kreuzfahrer wieder an Bedeutung gewann. Zunächst wählte sie der Zengide Nur-ad-Din als Residenz, der seine Macht seinem Neffen Saladin überließ, welcher in der Stadt begraben liegt. Saladin begründete die Dynastie der Ayyubiden, die von Kairo aus herrschten, wie auch ihre Nachfolger die Mamluken.
Im Jahr 1516 wechselten die Machthaber erneut und die Osmanen machten Damaskus zu einem Teil ihres Reiches. Mit dem Fall der Stadt zum Ende des Ersten Weltkriegs begann der europäische Einfluss. Nach der Konferenz in San Remo wurde Syrien mit Damaskus als Hauptstadt unter französisches Mandat gestellt. 1946 kam es zum Abzug der Franzosen und Syrien wurde unabhängig. Bis auf die dreijährige Unterbrechung Anfang der 60er Jahre, als man gemeinsam mit Ägypten die Vereinigte Arabische Republik bildete, ist Damaskus die Hauptstadt des neu entstandenen Staates.





Bitte beachten Sie:

Angesichts der jüngsten politischen Entwicklung in Syrien besteht derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Die Reisen nach Syrien finden deshalb gegenwärtig nicht statt.