Sehenswürdigkeiten

Umayyaden-Moschee

Die Umayyaden-Moschee gilt auch als das Wahrzeichen von Damaskus. Kaum ein Besucher der Stadt wird sich einen Besuch in dem monumentalen Bau entgehen lassen. Sie ist nicht der erste sakrale Bau, der an dieser Stelle steht und von ihren Vorgängern sind auch heute noch Spuren erhalten. Die ältesten Spuren stammen von einer römischen Tempelanlage, deren Überbleibsel die halbe Altstadt zieren. Unter den Byzantinern wurde auf dem Gelände eine Basilika errichtet, die Johannes dem Täufer geweiht war, da sein Kopf dort aufbewahrt wurde.
Als die Islamische Expansion Damaskus erreichte, entstand der Bedarf eines großen Baus, um das gemeinsame Gebet abzuhalten und welcher Ort sollte dazu besser geeignet sein, als jener, der seit jeher als heiliger Ort galt? Im Jahr 705 wurde der Bau fertiggestellt und die christliche Gemeinde mit einem Immobilientausch befriedigt. Der Kopf von Johannes dem Täufer soll heute noch in seinem Schrein liegen, da er auch von den Muslimen verehrt wird.
Für Schiiten ist ein weiterer Schrein in der Moschee von größter Wichtigkeit, da er den Kopf von Hussein enthalten soll.


Saladin-Mausoleum

Direkt neben der Umayyaden-Moschee befindet sich ein interessantes Mausoleum, welches das Grab von Saladin enthält. Auch in Europa ist Saladin von jeher für seine Taten bekannt gewesen, weshalb der Sarg auf Initiative des deutschen Kaisers Wilhelm II. 1898 renoviert und prächtig verziert wurde. Besonders berühmt wurde Saladin in Europa für seine Gnade nach der Eroberung Jerusalems.

Zitadelle von Damaskus

Man findet in Damaskus auch ein Denkmal von Saladin, das direkt vor der alten Zitadelle steht. Diese befindet sich in der nordwestlichen Ecke der Altstadt und stellt einen besonderen Bau dar. Die zum Teil fast tausend Jahre alte Bausubstanz gilt als eine der am besten erhaltenen Befestigungsanlagen aus ayyubidischer und mamlukischer Zeit. Leider ist sie schon seit Jahren wegen Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten für Besucher geschlossen. Ausnahmen stellen Konzerte und Festivals dar, zu denen sie gerne genutzt wird. Sollten Sie die Chance haben hineinzugelangen, nutzen Sie diese!

Azem-Palace

Der Azem-Palace wurde vom osmanischen Gouverneur Asad Pascha al-Azim Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Später residierte auch der deutsche Konsul in dem Gebäudekomplex, der als ein Paradebeispiel für die muslimische Prachtarchitektur gelten kann. Die Anlage ist gut erhalten und in ihr befindet sich ein Museum, dass es als seine Aufgabe versteht, die historische Nutzung der Anlage mit dem Repräsentieren von traditionellen Volkskünsten zu kombinieren. Auf jeden Fall ist die Ruhe des grünen Innenhofs sehr gut geeignet, sich ein wenig vom wilden Markttreiben vor den Toren des Palastes zu erholen.


Nationalmuseum

Im Westen der Altstadt an der Schnellstraße nach Mezze ist das Nationalmuseum gelegen, in welchem sich einige archäologische Schätze finden lassen. Da das Staatsgebiet Syriens in der Antike mehrere bedeutende Kulturen beherbergte, deren Städte im letzten Jahrhundert ausgegraben wurden, ließen sich sich auch Artefakte dieser Kulturen finden, die heute zum Teil im syrischen Nationalmuseum ausgestellt sind. Darunter sind Skulpturen aus Palmyra und Mari, Schriftstücke aus Ugarit und die Wandmalereien der Synagoge von Dura Europos. Darüber hinaus finden sich selbstverständlich auch viele Exponate aus islamischer Zeit.

Sayyida Rukkaya

Im Norden der Altstadt, unweit des Bab al-Faradis (dem Tor des Paradieses), welches in Richtung des sehr reizvollen Viertels Amara führt, befindet sich die Sayyida Rukkaya Moschee. Sie ist stilistisch den Moscheen in Isfahan (Iran) nachempfunden und täglich strömen hunderte, wenn nicht gar tausende Pilger aus dem Iran in sie hinein. Sie enthält einen Schrein in dem das Grab von Suknaya sein soll, der Tochter Husseins ibn Ali. Ein sehr faszinierender Ort, an dem Frauen darauf achten sollten Ganzkörperbedeckung zu tragen (wird am Eingang ausgegeben).


Sayyida- Zainab

Der zweite wichtige Bau der Schiiten liegt im Süden, etwa eine halbe Stunde Fahrzeit vom Zentrum. Auch in dieser Moschee ist ein Grab untergebracht. Es handelt sich um das Grab von Zaynab, der Tochter Alis. Leider ist es in dieser Moschee für Nicht-Muslime nicht möglich, sich genauso ungezwungen zu bewegen, wie in der Sayyida Rukkaya Moschee. Die Bauweise ist aber auch bei dieser Moschee äußerst prachtvoll und iranischen Vorbildern nachempfunden.

Ananias-Kirche

Im christlichen Viertel lassen sich zwei wichtige Bauwerke nennen, die mit der frühen Kirchengeschichte zusammenhängen. Beiden gemein ist der Umstand, dass sie mit dem Apostel Paulus verknüpft sind. Dieser soll zur Verfolgung von Christen auf dem Weg nach Damaskus gewesen sein, als er eine Lichterscheinung hatte, in der ihm Jesus erschien. Die Folge war, dass er erblindete und durch Ananias von diesem Leiden geheilt wurde. Seine anschließende Bekehrung zum Christentum wird auch als „Damaskuserlebnis“ bezeichnet. Die Ananias-Kirche ist unter dem Haus, in dem Ananias gelebt haben soll.

Paulus-Tor

Nach seiner Heilung und Bekehrung musste Paulus auf heimlichen Wege die Stadt verlassen, da er begonnen hatte seiner Missionarstätigkeit nachzugehen, was den Zorn der lokalen Juden auf ihn zog. Man begann die Stadttore extra zu bewachen, damit er die Stadt nicht verlassen könnte. Seine Anhänger aber sollen ihn an der Stelle des heutigen Paulus-Tores in einem Korb herab gelassen haben. Paulus wurde in der Folge zu einem der einflussreichsten Missionare der Frühkirche.

Tipp!

Wenn man einmal im christlichen Viertel ist, lohnt es sich durchs Bab Sharqi zu gehen und in die Unterführung, die sich rechterhand befindet, hinabzusteigen. Man kann dort gut erkennen, wie Damaskus „gewachsen ist“. Durch die jahrtausendelange Besiedlung und Bautätigkeit ist die Stadt in die Höhe gewachsen, was man in der Unterführung gut sehen kann, da die Stadtmauern dort bis zu zehn Meter Tiefe freigelegt sind. Man versteht warum bei Ausgrabungen Siedlungen untereinander ausgegraben werden und kann sich anhand des Anblicks nur vorstellen, was sich noch unter der Altstadt befinden mag.




Bitte beachten Sie:

Angesichts der jüngsten politischen Entwicklung in Syrien besteht derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Die Reisen nach Syrien finden deshalb gegenwärtig nicht statt.